23.04.2009
Cap Anamur-Prozess: Schluss mit diesem absurden Verfahren!

Staatsanwaltschaft fordert exorbitantes Strafmaß – Vorwürfe nicht haltbar

Berlin, den 23. April 2009. 

Die Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V. verurteilt entschieden die Forderung der Staatsanwaltschaft in Agrigento nach vier Jahren Haft und einer Strafe von jeweils 400.000 € für Elias Bierdel und Kapitän Stefan Schmidt.

»Dieser Prozessverlauf ist empörend«, so Bundesvorsitzende Fanny Dethloff. »Die geretteten Flüchtlinge nicht an Land zu lassen und später so zu tun, als habe das Komitee Cap Anamur im Interesse medialer Aufmerksamkeit und Profit die Verzögerung selbst inszeniert, ist eine skandalöse Verdrehung. Wir protestieren entschieden gegen die anhaltende Kriminalisierung humanitärer Hilfe für schiffbrüchige Flüchtlinge. Angesichts ständiger Meldungen zahlreicher Todesfälle im Mittelmeer wirkt das in Agrigent geführte Gefecht gegen Bierdel und Schmidt geradezu grotesk!«

Stefan Schmidt war Kapitän der Cap Anamur und Elias Bierdel Leiter des Komitees Cap Anamur, als das Schiff im Juni 2004 37 Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot rettete. Im Plädoyer der Staatsanwaltschaft am 22.04.2009 in Agrigento/Sizilien spielte der eigentliche Anklagepunkt »Beihilfe zur illegalen Einreise im besonders schweren Fall« kaum eine Rolle – wohl deshalb, weil die Beweismittel dazu fehlen.

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