04.05.2015
Kirchenasyle 2014: ein Überblick der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Asyl in der Kirche e.V.

Die Ökumenische BAG Asyl in der Kirche hat ihre Kirchenasylzahlen für das Jahr 2014 veröffentlicht. Insgesamt erhielt die BAG im vergangenen Jahr Informationen über 430 Kirchenasyle deutschlandweit.

788 Personen fanden im Kirchenasyl Schutz, davon 237 Kinder. Bei 378 Kirchenasylen handelte es sich um sogenannte „Dublin III“-Fälle. Die meisten Geflüchteten im Kirchenasyl kamen aus folgenden Herkunftsländern: Afghanistan (139 Pers.), Tschetschenien (130 Pers.) und Iran (115 Pers.).

Ohne den Schutz einer Kirchengemeinde wären Menschen im Kirchenasyl in folgende Länder abgeschoben worden: Italien (240 Pers.), Polen (97 Pers.), Ungarn (70 Pers.), Belgien (34 Pers.), Spanien (31 Pers.) und Bulgarien (30 Pers.).

Die Gründe für Kirchenasyl sind vielfältig. Grundsätzlich gilt, dass Kirchengemeinden Menschen aufnehmen, denen im Fall einer Abschiebung Gefahren für Leib und Leben drohen. Dazu wird im Einzelfall geprüft, ob ein Kirchenasyl notwendig und hilfreich ist.

Kirchenasyl ist wichtig, um behördliche Entscheidungen in Frage zu stellen und zu korrigieren. Das zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass von den 212 in 2014 beendeten Kirchenasylen ein positiver Ausgang (d.h. mindestens mit einer Duldung) in 206 Fällen zu verzeichnen ist. In 143 Fällen übernahm die Bundesrepublik Deutschland gemäß der europäischen „Dublin III“-Verordnung nach Ablauf des Kirchenasyls die Prüfung des Asylantrags.

6 Kirchenasyle endeten negativ: durch eine Räumung (1x), die sogenannte „freiwillige Ausreise“ (3x) oder untertauchen (2x). Wir setzen uns weiter dafür ein, dass der Schutzraum Kirche erhalten bleibt und es in Zukunft nicht mehr zur Räumung von Kirchenasylen kommt.

296 evangelische, 85 katholische, 35 freikirchliche und 2 jüdische Gemeinden haben im Jahr 2014 Kirchenasyl gewährt. Zusätzlich gab es 12 ökumenische Kirchenasyle. Die meisten Kirchenasyle gab es in Bayern (131), in Hessen (66) und in Hamburg (56).

Die gesamte Übersicht der Kirchenasylstatistik 2014 finden Sie auf der Homepage der Ökumenischen BAG Asyl in der Kirche e.V.: www.kirchenasyl.de.

Die Ökumenische BAG Asyl in der Kirche dankt allen beteiligten Kirchengemeinden für ihr großes Engagement für die Rechte von Flüchtlingen.

Dietlind Jochims

Vorsitzende der Ökumenischen BAG Asyl in der Kirche e.V. dietlind.jochims@oemf.nordkirche.de

Die Pressemitteilung kann hier als PDF heruntergeladen werden: 2015-05-04 PM Kirchenasyle 2014

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