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Asyl in der Kirche Eine dokumentarische Ausstellung Aktueller Anlass der Ausstellung war das 10-jährige Bestehen der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche im Jahr 2004 und hierdurch angeregte Überlegungen zu einem Rückblick auf 20 Jahre Kirchenasyl in Deutschland. Hiermit untrennbar verbunden sind 20 Jahre bundesdeutsche, davon 10 Jahre gesamtdeutsche Asylpolitik. Der Rückblick auf 20 Jahre Asylpolitik zeigt nicht erst seit der Grundgesetzänderung von 1993 eine fortschreitende Einschränkung des bundesdeutschen Asylrechts, verbunden mit einer völlig unzureichenden Anwendung der Genfer Flüchtlingskonvention und einer verspäteten Debatte um Einwanderung in Deutschland. Kirchenasyl als ultima ratio Das Kirchenasyl war und ist eine Reaktion auf die ungelösten menschenrechtlichen Probleme des deutschen Asylrechts. Als ultima ratio im Einzelfall verweist jedes Kirchenasyl exemplarisch auf die schwerwiegenden Defizite. Das Kirchenasyl beansprucht nicht, eine Lösung dieser Probleme zu sein: Dies kann nur auf politischer Ebene geschehen. Kirchenasyl ist vielmehr subsidiärer Menschenrechtsschutz im Einzelfall, dessen Ziel es ist, dem Rechtsstaat zu seiner Geltung zu verhelfen und Flüchtlinge vor Gefahren für Leib und Leben oder unzumutbaren menschlichen Härten zu schützen, die ihnen bei einer Abschiebung drohen würden. Dabei geht es nicht darum, den Rechtsstaat in Frage zu stellen, sondern eine erneute Prüfung zu erreichen. Diese Einschätzung findet sich auch in den überwiegend unterstützenden Verlautbarungen von katholischen und evangelischen Kirchenleitungen , in denen das Kirchenasyl als Ausübung christlicher Beistandspflicht gewertet und befürwortet wird. Gesellschaftliche Debatte Kirchenasyl ist gesellschaftlich nicht unumstritten, auch wenn in den letzten Jahren eine wachsende Akzeptanz, einhergehend mit einer Art Institutionalisierung des Kirchenasyls zu beobachten ist. Trotz vereinzelter Vereinbarungen zwischen Kirchenleitungen und Innenministerien kommt es bis heute zu Räumungen und zu Strafverfahren gegen Pfarrerinnen, Pfarrer und Kirchenvorstände. Alltag im Kirchenasyl Ein wesentlicher Schwerpunkt der Ausstellung neben dem gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Kontext sind die Flüchtlinge im Kirchenasyl. Dargestellt wird der Alltag im Kirchenasyl, mit all seinen Belastungen für Flüchtlinge und Unterstützer, doch auch seinen tiefen menschlichen und spirituellen Erfahrungen. Die Kirchenasylbewegung zeigt eben auch, das es keinen fremdenfeindlichen Konsens in unserer Gesellschaft gibt. Viele Menschen, die nicht unmittelbar der aktiven Flüchtlingslobby zu zurechnen sind, haben mit einem beträchtlichen Aufwand an Zeit, Geld und Kraft Flüchtlinge im Kirchenasyl geschützt. Diese Erfahrung hat bei vielen Beteiligten Einstellungen verändert, Vorurteile ausgeräumt und generell zur Integration, Solidarität und Akzeptanz beigetragen. |
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